Bestimmte Firewalls und Netzwerkgeräte sind ebenfalls von der kritischen PHP-Sicherheitslücke („PHP2Shell“) betroffen
Bestimmte Firewalls und Netzwerkgeräte sind ebenfalls von der kritischen PHP-Sicherheitslücke („PHP2Shell“) betroffen, sofern sie die Programmiersprache PHP für ihre webbasierte Verwaltungsoberfläche nutzen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und internationale Behörden warnen ausdrücklich davor, dass die Schwachstelle nicht nur öffentliche Webseiten, sondern auch eingebettete Systeme im eigenen Netzwerk betrifft.
Die Situation bei Firewalls und Access Points
- Betroffene Systeme: Open-Source-Firewall-Lösungen wie pfSense und OPNsense nutzen PHP für ihr Web-GUI.
Beide Projekte haben direkt nach dem Bekanntwerden Sicherheitsupdates veröffentlicht, die Admins umgehend einspielen sollten. - Entwarnung für andere Hersteller: Viele klassische Netzwerkhersteller setzen für ihre Admin-Panels auf andere Programmiersprachen.
Beispielsweise sind die UTM-Firewalls von Lancom oder WLAN-Produkte von Ubiquiti (UniFi) technisch auf Java- bzw. Nicht-PHP-Basis aufgebaut und nicht betroffen. Auch für die weit verbreiteten Fritzbox-Router von AVM gibt es keine Hinweise auf eine Betroffenheit.
Was das Risiko für Sie bedeutet
Da die Schwachstellen (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) eine Remotecodeausführung ohne vorherige Anmeldung ermöglichen, könnten Angreifer theoretisch die volle Kontrolle über ein verwundbares Gerät erlangen.
Das tatsächliche Risiko hängt jedoch stark von der Erreichbarkeit ab:
Aus dem Internet erreichbar?
Wenn das Web-Interface Ihrer Firewall oder Ihres Routers direkt über das WAN (Internet) freigegeben ist, besteht akute Gefahr.
Nur im lokalen Netz (LAN) erreichbar?
Ist die Verwaltungsoberfläche nur intern erreichbar, können Angreifer sie nicht direkt aus dem Internet attackieren.
Das Risiko ist im LAN deutlich geringer, ein Update bleibt dennoch ratsam, um Angriffe aus dem inneren Netzwerk heraus zu verhindern.
Unsere Empfehlung:
- Updates prüfen:
Suchen Sie in den Admin-Oberflächen Ihrer Netzwerkgeräte nach Firmware-Updates und installieren Sie diese zeitnah. - Zugriffe einschränken:
Stellen Sie sicher, dass Verwaltungsoberflächen von Routern, Firewalls und Access Points niemals direkt aus dem Internet erreichbar sind. Nutzen Sie für Fernzugriffe stattdessen ein sicheres VPN. - Prüfen Sie, welche Hersteller und Modelle von Firewalls oder Access Points Sie einsetzen und ob ggf. Verwaltungsoberflächen über das Internet (z. B. Portfreigaben) erreichbar sind oder sein müssen.
- Recherchieren Sie nach verfügbaren Updates
möglichst immer direkt auf den Herstellerseiten. - Falls Sie unsicher sind und Hilfe benötigen, so können Sie uns gerne hier kontaktieren.
